Am Ende?

 

Herr, wir stehn hier am Ende voll Traurigkeit

und sind zum Abschiednehmen noch nicht bereit.

Der Schmerz kam unerwartet, das Leid, der Tod.

Wir haben viele Fragen. Groß ist die Not.

Hast du uns, Herr, vergessen? Verstehn dich nicht.

Wo bist du denn gewesen? Wo ist dein Licht?

Wir können nichts verstehen. Warum? Weshalb?

Wie können wir jetzt leben? Wo finden wir Halt?

Wir bringen Dir die Fragen und unser Leid.

Hilf, dass wir nicht verzagen in Traurigkeit.

O, schenk uns doch Vertrauen, dass du es bist,

der über unserm Leben das letzte Wort spricht.

Hilf, dass wir Hoffnung wagen, Herr Jesus Christ.

Hilf uns den Schmerz ertragen, der in uns ist.

Du hast uns fest versprochen: Es kommt die Zeit

in deinem Reich, da enden Angst, Weinen und Leid.

...

Als Jesu Freunde glaubten, Gott sei nicht da.

und sie nicht mehr vertrauten, weil jeder sah,

wie er, am Kreuz, zerschlagen,

dort schrie: „Warum?“

und selbst auf solches Fragen

der Himmel blieb stumm,

da war Gott dennoch nahe,

und er hat schon

die allerschlimmste Frage

von seinem Sohn

zu Ostern, nach drei Tagen,

zum Sieg gemacht.

Da gab er allen Antwort:

Ich hab die Macht!

Vertraut auf Jesus Christus,

traut nicht dem Tod,

auch wenn er noch so schrecklich

hier tobt und droht.

Denn in dem Tal des Todes,

der dich zerbricht,

dort findet dein Vertrauen

zum Lebenslicht.

 

(Rüdiger Fuchs 1996/2003, für eine Familie

in schlimmer Trauerzeit, Mel EG 376)