Des Herrgotts Kraft
Ein Bauer pflegte seinen Garten,
Blumen, Grünkohl und Tomaten.
Da kommt der Pastor dran vorbei,
bleibt stehn am Zaun und ruft: „Ei, ei!
Was Sie doch durch
des Herrgotts Kraft
und Hilfe haben
hier geschafft –
ich kann’s voll
Staunen nur besehn.
Ihr Garten ist ja
wunderschön.
Gott hat das
wirklich gut gemacht
mit seiner großen Wundermacht!“
Da grinst der Bauer und gibt zurück:
„Der Herr hat mit
mir auch viel Glück.
Sie hätten den
Garten mal sehen sollen,
als Gott sich selbst hat helfen wollen.“
Gott schenkt das Leben, Gedeihen und Wachsen.
Dies Wunder kann der Mensch nicht machen.
Doch er soll hüten, hegen, pflegen
die Wunder, die uns Gott gegeben.
Gott gab uns Weisheit zum Verwalten
und sogar Freiheit zum Gestalten
der Schöpfungswunder hier auf Erden.
Des Lebens Vielfalt wird verderben,
wenn Menschen nicht mit Gottes Kraft
in Schöpfer-Menschen-Partnerschaft
beschützen, pflegen und gestalten.
Gott schenkt und gibt. Wir soll’n verwalten.
Doch: Wenn der Mensch sich hält für Gott,
ist alles Leben auch bedroht!
Gott ist der Herr, wir sind nur Knechte.
Gott gibt Gesetze, nicht nur Rechte.
Und wo sich Menschen nicht dran halten,
nicht achten die Naturgewalten,
da wird sich Gottes Schöpfung rächen
und Größenwahn wie’n Schilfhalm brechen.
So hat sich’s Gott perfekt gedacht:
Der Mensch sei Diener SEINER Kraft.
(Rüdiger Fuchs 2000/2004)