„Was bringt es mir?“,
so fragen viele
und haben nur sich selbst
zum Ziele.
„Was bringt’s den andern?“,
diese Frage
stell’n wenige, und das ist Schade,
Schade ganz in Wortes Sinn!
Denn: Ich-Sucht richtet Schaden
an.
Sie will stets eigenen Gewinn
und beutet aus, wo sie nur
kann.
„Was bringt es mir?“
– vier Worte bloß,
sie sind die Not der ganzen
Welt.
Die Not der Welt ist
übergroß,
wo sich das ICH am höchsten
stellt,
wo DU und WIR im Abseits stehn,
wo alle sich um sich nur drehn.
Erst wenn das DU und WIR regiern,
kann Heilung dieser Welt passiern.
Sag’ erstens ‚DU’ und
zweitens ‚WIR’
und drittens frag’: „Was
bringt es mir?“
Und sind das DU und WIR im
Glück,
so kommt ihr Glück zu dir
zurück,
selbst wenn’s dir erst mal
gar nichts bringt.
Wahres Glück nur dann gelingt,
sind DU und WIR mit dir
vereint.
Wenn keiner von euch
dreien weint,
dann ist die Not der Welt
besiegt,
die dich allein zu Boden
kriegt.
Unbezwingbar sind nur
Freunde.
Das ICH allein hat zuviel Feinde.
„Was bringt’s mir?“ -
erntet Einsamkeit
und endet und versinkt im
Leid.
Denn niemand, kein Schwein
kümmert sich
um den, der quarkte: „ICH, ICH, ICH.“
(Rüdiger Fuchs Oktober 2003)