Die süße Frucht
O, sie ist die Allerschönste. Sie verspricht dir tolles Leben,
und sie sagt, sie würde dir mehr als alles bisher geben.
Und sie lockt dich und es zieht dich hin mit aller Macht zu ihr.
Wie es kribbelt, wenn
sie flüstert: „Jeden Traum erfüll ich dir!
Doch: Ergreifst du voll Verlangen ihr betörend Angebot,
nimmt sie dich sofort gefangen und bringt dir Beziehungstod:
Dein Gewissen trennt dich plötzlich von den Menschen, die du liebst,
weil du die, die dir vertrauen, mit dem, was du tust, betrügst.
Und die Schuld trennt sogar innen dich von Freude, Glück und Frieden,
du kannst dich, von innen schmutzig, weder ausstehn noch dich lieben.
Und vor Gott, den du betrogen? Vor dem fliehst du ins Versteck.
O, wie hat sie dich Belogen, gab nicht Leben, gab dir Dreck,
zog von Gott dich sogar weg.
Einsam schleppst du, Herz in Stücken, durch die Straßen dich dahin.
Ketten binden dein Gewissen. Nichts mehr macht noch Spaß und Sinn.
Und du weichst der Wahrheit aus, ihrem klaren, hellen Blick,
und du spürst ihn Tag und Nacht, immerzu, den Seelenknick.
– sie verlockt dich ja so leuchtend – schmeckt nur bis zum ersten Biss,
die Versuchung, angeboten von der Schlangenflüsterei,
macht aus dir ’n Lebend-Toten in der Welt voll Leidgeschrei,
reiht dich ein zu all den andern, die bedrückt durch’s Leben wandern.
dir verspricht, viel mehr zu geben als du je gehabt im Leben,
die will dich um’s Leben bringen. Und es wird ihr auch gelingen,
wenn du nicht auf Jesus siehst, wenn du nicht zu ihm hin fliehst!
Sie entmutigt, sie macht süchtig, sie betäubt dich höchstens flüchtig,
sie betört dich, liebt dich nicht, gibt dir nie, was sie verspricht.
Denk dran, sie verspricht dir Lust, bis du, was sie will, dann musst,
nämlich im Versteck verzagen, bis zum Umfall’n, Lasten tragen.
Und was ist, wenn du bereits in die Frucht gebissen hast?,
wenn du dich schon schleppst durch’s Leben, schwer bedrückt mit ihrer Last?
Dann bring deine ganze Qual zu Gott hin, beim Abendmahl.
Bitte ihn, dir zu vergeben, bitte um befreites Leben.
Er hört deinen stummen Schrei, er kann keinen leiden sehen,
er stillt Schmerzen, er macht frei – komm, lass uns zu Jesus gehen!
Er führt aus dem Schuldverließ uns zurück ins Paradies:
gottgeliebt, einander lieben, leben, lachen, wieder Frieden.
Fallen wir auch tausendmal. Er lädt ein zum Abendmahl.
Er vergibt dir und vergisst, weil du ihm so kostbar bist.
Er will Menschen aufrecht sehn, fröhlich ihre Wege gehen!
(R. Fuchs, 23.2.2005, zu 1.Mose 3)