Ein Mensch sieht, was vor
Augen ist,
das Herz des andern sieht er
nicht.
des Menschen Blick, lässt
sich belügen.
Das Auge sagt: „Gold ist,
was glänzt!“
Doch seine Sicht ist stark
begrenzt.
Wie oft war’n
grade solche Menschen,
die - viel beklatscht - vor
allen glänzen
im Herzen kalte Teufel bloß?
Doch: mancher Kleine war
ganz groß,
wenn’s darum ging, die Welt
zu trösten.
Die Liebenden sind da die
Größten!
In Gottes Augen ist ein
Held,
wer Liebe bringt in diese
Welt,
wer Gott und Menschen
glücklich macht,
von Herzen und mit ganzer
Kraft.
Denn: Menschenruhm und
-Glanz vergeht
und wird vom Wind der Zeit
verweht –
all das, was uns vor Augen
ist,
all das vergeht und trägt
uns nicht.
Doch: Glaube, Hoffnung,
Liebe bleiben
und diese Drei, sie
unterscheiden,
wer Mensch auf dieser Erden ist.
Wer sie nicht übt, der ist
es nicht.
So sagt es Jesus in der
Schrift,
der unser Liebes-Vorbild
ist.
Lasst uns mit Gottes Augen
sehn
und in die Richtung Jesu
gehen
Und Glaube, Hoffnung, Liebe
üben,
von Gott geliebt, den
Nächsten lieben –
und seid gewiss: Die
‚Hannes-Maus’
hat hier das meiste und
voraus!
Denn: Er kann ohne Masken
lieben
und Gott vertraun
und Hoffnung üben.
Er kann von Herzen weinen,
lachen
und uns das Leben herzlich
machen.
Ein Mensch sieht, was vor
Augen ist,
das Herz des andern sieht er
nicht.
Doch Hannes – ich verrat’
euch was –
der Hannes kann es, ja, auch
das!
Er hat dafür die
Herzantennen,
die du und ich, die wir
nicht kennen.
Wir werden staunen, was er
kann,
getaufter Bruder
Hannes-Mann!
Dein Herz kann vieles besser
sehn.
Wir woll’n
in deine Schule gehn,
und Gott wird uns durch dich
erziehen,
dass wir von Herzen lernen
lieben
und unsre Masken abzulegen.
So bist du, Hannes, Gottes
Segen,
der uns erlöst, der uns
befreit
aus Heuchel-Oberflächlichkeit.
Du bist direkt, du kannst
nie lügen.
Wir müssen Ehrlichkeit stets
üben.
Wie wunderbar, dass es dich
gibt!
Gott zeigt durch dich, wie
er uns liebt.
Du bist für uns die große
Chance –
Gott geht mit dir für uns auf’s Ganze!
Ein großes Herz im kleinen Mann,
das ganz und gar uns lieben
kann,
das ist es, was aus Gottes
Sicht
uns hilft. Was andres hilft
uns nicht.
Wir danken dir, Herr Jesu
Christ,
dass Hannes unser Bruder
ist!
(Rüdiger Fuchs, 8.2.2004,
für ein Taufkind mit Down-Syndrom)