Ein klares Wort zur rechten Zeit
Ein klares Wort zur rechten Zeit
erspart oft furchtbar langes Leid
wie Runterschlucken, krampfhaft lächelnd,
Freundlichkeit nach außen äffend,
doch mit Bauchweh ganz tief innen
insgeheim auf Rache sinnen.
Nee, dat is nüscht für’n Christen,
der von Gottes Wahrheit lebt
und von dort her nichts als Klarheit
mit dem höchsten Gut erstrebt
zu verbünden: mit der Liebe
ohne Heuchel-Seitenhiebe.
Wahrheit kann ja gar nicht lügen
und sie schweigt nicht, will sie lieben!
Klarheit, die Direktheit wagt
und mit liebe Wahrheit sagt,
klares Wort zur rechten Zeit,
es erspart zu langes Leid.
Denn: lieber ein Ende mit Erschrecken
als viel zu lang sich zu verstecken
und ohne Ende hinter Masken
sich mit Schreck und Schmerz belasten.
Ansonsten wirst du innen krank
oder - liegen Nerven blank –
explodierst’ am falschen Ort,
tust wem weh mit bösem Wort
oder eine Wahnsinnstat
findet dann womöglich statt.
Ärger sucht sich stets ein Ziel
und ein Überlaufventil,
doch beizeiten ausgesprochen,
wird ihm alle Macht gebrochen
und man ist ihn schnellstens los
und er kocht nicht brodelnd hoch.
Noch einmal: Zur rechten Zeit
die Wahrheit sagen, spart viel Leid.
Frei und offen gerne leben,
geht nur, wenn wir drüber reden,
was uns drückt und deprimiert.
Krank wird, wer den Schmerz kaschiert.
(Rüdiger Fuchs, 30. 12.
2003)