Gebet für Lensahn

 

Abends fahre ich nach Haus’

durch Feld und Wald und Wiesen,

seh’ von Weitem schon Lensahn

im Abendrot dort liegen.

Dicht am Meer in Wald und Wiesen,

liegt der kleine Ort Lensahn.

Gott, ich danke dir von Herzen,

dass ich Pastor hier sein kann.

Herr, du liebst ja all die Menschen,

Große, Kleine, die da leben,

Freundliche und Kantige,

schenke allen deinen Segen.

Ja, ich bin hier gern dein Diener

für die Menschen, wie sie sind,

Kirchennahe, Kirchenferne,

magst sie alle, ganz bestimmt.

Hab’ viel Freud und Leid mit ihnen

schon geteilt in meiner Zeit.

Es gab auch nicht immer Frieden,

nein, es gab auch manchen Streit.

Die Lensahner, Herr, so sagt man,

sein für Streit ganz gern zu haben.

Ich denk, sie sind einfach menschlich.

Ich glaub’ nicht, was andre sagen.

Wenn ich’ s Dorf so vor mir sehe,

bitte ich nur eines, Herr:

Segne alle diese Menschen.

Nichts sonst brauchen sie so sehr.

Du kennst alle ihre Herzen,

weißt, was jeder braucht zum Leben.

Ja, Herr, wie das Abendrot

lege auf uns deinen Segen.

 

(Rüdiger Fuchs 1998)