Glaubensgleichnis
Siehst du ein altes Kirchgebäude, von außen nicht besonders schön,
nur alte Mauern, Moos und Steine und dunkle Fenster sind zu sehn,
dann kennst du überhaupt noch nicht
den inn’ren Glanz, ihr inn’res Licht.
Musst über ihre Schwelle treten. Tritt in die alte Kirche ein,
dann wirst du ihr Geheimnis sehen, die Farbenpracht durch Sonnenschein.
Ihr Hall und Klang beschenken dich.
Die Stille birgt dich mütterlich.
So ist es mit ganz viele Dingen, solange wir noch draußen stehn:
Man kann die Schönheit drin nicht finden, wenn wir von außen sie besehn.
Nur, wenn hinein ich in sie tauch,
dann leuchtet ihr Geheimnis auf.
Erst recht, woran wir Christen glauben, an Christus, ein Geheimnis ist.
Du wirst erst Gottes Liebe schauen, wenn du ihn nicht mit Abstand siehst.
Du wirst erst Gottes Schönheit sehn,
wenn du nicht fern bleibst draußen stehn.
Noch stehst du aber zögernd draußen, von außen ist nicht viel zu sehn.
Noch kannst und willst du nicht vertrauen und erste Schritte zu ihm gehn.
Ein Wagnis ist’s, ein Risiko,
ganz fremd ist das Szenario.
Fang an und sprich mit Christenmenschen, die glauben, und geh Schritte mit.
Bald siehst du wie sie fühln und denken, du findest Zugang, Stück für Stück.
Du spürst, sie sind in Freud und Not
ganz tief vereint mit ihrem Gott.
Wenn du in diesen Glauben eintrittst, Vertrauen ist die Eingangstür,
wenn du Gott ansprichst und ihm Zeit gibst, so wirst du sehn, dann schenkt er dir
den Frieden, wie nur er ihn gibt.
Dein Herz weiß jetzt: Ich bin geliebt.
Und hast du Gott als Freund gefunden und schaust auf deinen Weg zurück,
dann siehst du deine Lebensstunden – sie waren ohne IHN kein Glück.
Das Leben ohne Gott war leer,
und ohne IHN willst du’s nicht mehr.
Dein ganzes Leben spiegelt Farbe, wie du sie vorher nie gekannt.
Du siehst die Stunden, Tage, Jahre nun als Geschenk aus seiner Hand.
Die Liebe ist jetzt dein Beruf,
für die dich unser Schöpfer schuf.
Du siehst auch deine Lebensreise nicht mehr als einen Zufall an.
Und keinen Tag bist du alleine, denn Gott geht mit, der helfen kann.
Die Lebensreise macht jetzt Sinn,
vom Schöpfer her, zum Schöpfer hin.
(Rüdiger Fuchs 1996/2003, zum 1.Advent und Kirchweihfest in Koselau,
auch zu EG 330 oder 369 singbar)