Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein

(1.Mose 12,2)

 

Als ich ein kleiner Junge war, da war es für mich sonnenklar,

dass Gott ein toller Freund mir ist, mit dem man oft und gerne spricht.

„Ich bin klein, mein Herz mach rein, soll niemand drin wohnen als Jesus allein“

und ähnliche Gebete mehr, die sagte ich tief gläubig her.

Dann wurd’ ich älter, Zweifel kamen. Ich nannte selt’ner ihn beim Namen.

Schon möglich, dass da „einer“ ist, doch mit ihm leben? - wollt ich nicht!

Das „Leben“ tobte um mich her, ich tobte mit – und er? der Herr?

Weit weg war’n Kirchgang, Beten, Glauben, der Kindertage Gottvertrauen...

Doch – war ich sechszehn oder siebzehn? – da überfiel’n mich Lebenskrisen.

„Auf einmal stand mein Leben still. Ich hatte wohl den falschen Stil.“ (A. Geppert)

Da wollt’ ich aus dem Leben gehn. Ich konnte keinen Sinn mehr sehn

im täglichen nach „Leben“ jagen. Am Leben wollte ich verzagen.

Gott aber sandte liebe Menschen! Denn: Er wird immer an uns denken,

auch wenn wir ihm den Rücken kehren und ihm das liebe Herz beschweren.

Am Abgrund stand ich. Eine Frau – ich seh’s wie heute noch genau –

stand mir im Weg: „Du darfst nicht gehn! Gott hat dich lieb! Du musst bestehn

des Lebens Auftrag, den er gibt. Schmeiß dich nicht weg. Du bist geliebt!“

Sie lud mich dann zum Kaffee ein – und – als ich dort war, kam herein

ihr Pastor, und der nahm sich Zeit. Ich sagte ihm mein großes Leid.

Sie hörten zu. Es tat so gut. Sie machten mir zum Glauben Mut.

Ich wagte wieder neu das Beten, von Herzen frei mit Gott zu reden.

Er heilte nach und nach die Wunden. So hat er mich zurückgefunden,

so fand ich raus aus meiner Not, aus Angst und Leere, weg vom Tod.

D’rum bin ich Pastor heut’ und Christ, weil Gott mein treuer Retter ist.

Er rettete mein armes Leben – ich hab’s zum Dienst ihm hingegeben,

blieb darum in der Kirche drin und Jesus ist mein Lebenssinn -

und - andern Mut zum Glauben machen, besonders den Verzagten, Schwachen.

Ich will gerade sie bewahren - vergess’ nicht, wie’s mir ging vor Jahren –

bewahr’n, beschützen in der Welt, an der so manches Herz zerschellt.

Ich bin dein Helfer, Jesus Christ! Mach mich für andere zum Licht,

verdanke DIR mein ganzes Leben. Herr, segne mich, mach mich zum Segen!

(Rüdiger Fuchs, Trinitatis 7.6.98, zu dem Spruch, den ich zu meinem Studiumsbeginn als Sylvesterkarte zog in der ‚Stadtmission Brahmfeld/Steilshoop’ in HH (1.Mose 12,2) sowie zur Rettung vom Suizid durch eines ihrer Mitglieder, Oma Frank, zusammen mit ihrem zufällig auch zum Kaffee dazukommenden Prediger Henning Hoffmann)