In der Zeit der leeren Worte

 

In der Zeit der leeren Worte

zählt die gute Tat allein.

All zu viele hohle Phrasen

machten das Vertrauen klein.

Worte, Worte, nichts als Worte

ohne Taten sind Betrug.

Leere Sprüche, Lügenreden –

davon hatten wir genug.

Große Dinge, Besserungen,

wurden uns zu oft versprochen,

und die fest versprochnen Worte

wurden hinterher gebrochen.

Müde sind sie und verdrossen,

all die Menschen unsrer Zeit.

All zu oft für dumm verkauft,

sind sie längst nicht mehr bereit,

nur auf Worte zu vertrauen.

Taten müssen erst mal folgen,

wenn die, ach so oft Betrognen,

wieder Hoffnung haben sollen,

dass ein Wort sich auch erfüllt,

dass Gesagtes wirklich gilt.

Nur, wenn Worte und das Leben

stimmen glaubhaft überein,

dann erst werden Menschen wieder

für ’was interessierbar sein.

 

Das gilt so im Allgemeinen

und für Christen gilt’s erst recht!

Christen, die nicht überzeugen,

leben ihren Auftrag schlecht,

machen weder Menschen froh

noch der Sache Gottes Ehre,

fördern Zweifel sowieso

statt den Glauben auf der Erde.

Nur der Christ ist überzeugend,

der sein Wort auch tut und hält.

In der Zeit der Lügenworte,

sind die Täter Licht der Welt.

Christus will durch Christen wirken,

doch er wird nur dort erkannt,

wo bei Christen in der Welt

Wort und Tat gehn Hand in Hand.

In der Zeit der leeren Worte

zählt die gute Tat allein.

Denn - all zu viele hohle Phrasen

machten das Vertrauen klein.

(Rüdiger Fuchs 1998)