und will den ersten Happen
essen,
vom Mittagsteller, frisch
und heiß,
da klingelt es! Ich denk: ‚So’n Sch ...’
Ich hab mich fast schon dran
gewöhnt,
dass Tür und Telefon dann
tönt.
Ja, ich will warm mein Essen
essen,
doch diesen Traum kann ich
vergessen.
Die Leute wissen’s zu genau:
‚Jetzt ist er da! Mit
Kindern, Frau,
in trauter Runde, am
Mittagstisch!
Die Mittagsklingel-Liturgie,
ich ahn’s,
die ändert sich wohl nie.
Zur Bürozeit ruft kaum wer
an,
doch ist es Mittag, bin ich
dran!
Und schweigt einmal das
Telefon,
dann dröhnt der
Eingangsglockenton.
Dann will ganz dringend wer
mit mir
Ein Wörtchen reden an der
Tür.
Der Sinn ist klar, wie jeder
weiß:
Das Mittagessen ist zu heiß,
und muss ich nach der Glocke
rennen,
kann mir
die Zunge nicht verbrennen.
Kalt muss es für den Pastor
sein
und essen soll er auch
allein,
denn sonst geschieht’s, das wär nicht fein,
sonst fiel ihm nix zur
Predigt ein!
Es lenkte ab der Kreis der Lieben.
Die müssen sich erst mal
verziehen.
Kühl soll ich speisen, mit
dem Herrn,
so haben es die Schäfchen
gern.
Der Pastor speist allein,
bescheiden.
Die Schäfchen aber fröhlich
weiden
gar lustig am Familientisch,
nicht Gras, nein, Braten,
warm und frisch ...
(Rüdiger Fuchs 2003)