Not lehrt beten – oder auch nicht!

 

In großer Not, das ist verrückt,

Ist Gott und Teufel oft geglückt,

was sie mit ihrer ganzen Macht

in guten Zeiten nicht geschafft:

Durch große Not wurd’ mancher Christ

erst glaubensschwach, dann Atheist

und schwor enttäuscht dem Glauben ab,

weil Gott mir nicht geholfen hat“.

Doch umgekehrt: Manch’ Atheist,

der vor der Not ganz gottlos ist,

wird in der Not zum größten Beter,

und mancher bleibt es sogar später,

wenn, was ihn quälte, gut ausging.

Die Not ist ein verrücktes Ding.

Den einen treibt sie hin zu Gott,

den andern macht sie glaubenstot.

Manch Christ wird durch sie Atheist,

manch’ Atheist jedoch auch Christ.

 

O, Herr, sei treu und, Herr, verleih’

dass ich in Not dir bleibe treu.

O, Bete, Herr, für meinen Glauben,

sonst kann des Lebens Not ihn rauben.

Herr, gib mir Kraft und sei in mir,

verbinde mich ganz fest mit dir.

Sei bei mir, Jesus, alle Tage,

bleib’ bei mir, Herr, in jeder Lage.

(R. Fuchs 26.02.05; zur Jahreslosung Lk 22,32)