Spuren
Du
siehst eine Spur am Strand
von
`nem Fuß, von einer Hand –
und
schon weißt du sonnenklar,
dass
ein Mensch hier vor dir war.
Gehst`
spazier`n in Wald und Flur,
siehst
du dort so manche Spur,
auf
dem Weg direkt vor dir,
weißt`sofort: hier war ein Tier!
Ist
dein Auge gar geübt,
weiß
es gleich, was es da sieht:
Ob
Reh-, ob Fuchs-, ob Hasenspur
verrät
dem Kenner die Struktur
der
Stapfen vor ihm da im Sand.
Schnellstens
ist dann das Tier erkannt.
Und
nun mach die Augen auf!
Sieh
zum Universum `rauf!
Sieh
die Ordnung und Gesetze,
sieh
die wunderbaren Schätze
in
der Schöpfung! Sieh das Ziel
im
Naturzusammenspiel:
So
viel wirkt da für dein Leben,
ja,
für alles Leben Segen.
Jupiter
fängt die Kometen,
dass
sie uns nicht treffen können.
Sonne,
Licht, Luft, Erde, Regen –
wie
willst du dies alles nennen?
Kreisläufe
zu deinem Besten,
wohin
auch dein Auge blickt.
Von
Süden, Norden, Osten, Westen –
von
überall wirst du beglückt.
Jede
Spur in der Natur
sagt
so klar, von wem sie ist.
Doch
der Mensch ist blind und stur,
wirklich
sehen will er nicht
all
die Spurn`n, die Gott bezeugen,
denn
dann müsste er sich beugen
und
dem Schöpfer Ehre geben,
der
belebt und fügt das Leben,
müsste
Gott als Herrn bekennen
und
sich selber Diener nennen.
Also
leugnet und bestreitet
Menschengeist,
dass die Natur,
die
ihm so viel Glück bereitet,
ist
die allerklarste Spur
von
der Weisheit und der Liebe
hinter
allem Weltgetriebe.
Nein
und nochmals: nein, nein, nein!
Was
nicht sein darf, kann nicht sein!
Und
ebenso sieht`s Menschlein nicht,
woher
denn so viel Böses ist:
so
viel Krankheit, Leid, Verderben,
so
viel Elend, so viel Sterben
in
der Welt, in der wir leben.
Andern
wird die Schuld gegeben.
Auch
hier bleibt man blind und stur
und
leugnet, dass die Todesspur
zum
Menschen als Verderber führt.
Der
Mensch bestreitet`s ungeniert!
So
ist der Mensch, so bleibt er auch:
Bei
ihm hört jede Logik auf,
sobald`s um Gott und Schuld sein geht.
Der
Mensch verdrängt, was er versteht.
Das
ist des Menschen große Not:
Nur,
was ihm passt, will er erkennen!
Das
Gute darf nicht sein von Gott,
das
Böse will er Schuld nicht nennen.
(R. Fuchs August 2004, zu Röm 1-2)