Warten und Schweigen
Und sie sitzen vor dem Fernseher,
starren wortlos in die Röhre,
denn sie ha’m sich nichts mehr zu sagen.
Egal sind all die Bilder,
– Hauptsache, es Flimmert –
so geht das schon seit Jahren.
Einer sitzt in der Bahn,
schaut wortlos aus dem Fenster,
doch die Landschaft interessiert ihn nicht.
Ein Mädchen sitzt ihm gegenüber,
würde so gern mit ihm reden,
verstohlen blickt sie in sein Gesicht.
Ref.
1: Und sie warten, warten, warten,
weil sich keiner
was zu sagen traut,
und sie warten,
warten, warten
auf ein Wort, das
Brücken baut.
Wir haben Handys, Fax und E-Mail,
haben Autos, Bahn und Bus
und fliegen mit Raketen bis zum Mond,
doch wir bringen es nicht fertig,
auf den andern zuzugehen,
weil im Schneckenhaus man scheinbar
sicher wohnt.
Ref:
1: Und wir Warten...
Ref.
2: Und wir schweigen, schweigen, schweigen,
weil wir meinen:
keiner hört,
und wir schweigen,
schweigen, schweigen,
bis das Schweigen
alles zerstört...
(R. Fuchs 1985/April 2005)