Weltschmerz

 

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

liegt ein tiefer Graben.

O, wie oft spür’ ich voll Leid:

Selten ist zu haben,

dass ein Traum sich mir erfüllt.

Schmerzlich oft muss Hoffnung sterben.

Bin ich noch so stark gewillt –

allzu oft in tausend Scherben

liegt das Glasschloss meiner Träume.

Wirklichkeit warf wieder Steine.

Und wie oft sind Träume Schäume,

wie vom Wind verweht. Ich weine.

Warum darf es nicht gelingen,

dass ein Traum vom Glück wird wahr?

Da ist, ach, so viel Misslingen,

Scheitern, Stürzen, Jahr um Jahr.

Warum sind da so viel Hürden?

Wirklichkeit wirft meist zurück.

In mir, außen: Grenzen, Bürden,

hindern auf dem Weg zum Glück.

 Herr, ich klage dir die Not.

Herr, ich klage dir mein Leid,

dass mein Traum wird stets bedroht

von der harten Wirklichkeit.

 

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

liegt ein großer Graben.

Weltschmerz dort am Abgrund schreit.

Auch dem Woll’n fehl’n meist die Taten.

Hoffnung will verzagen,

hält mich viel zu oft zum Narren.

 

(Rüdiger Fuchs 1998)

 

Galgenhumor

 

Wir pfeifen auf dem letzten Loch,

doch dies steht fest: Wir pfeifen noch!

 

(Rüdiger Fuchs 2000)