Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lensahn
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lensahn

4. Oktober 2019

 

Der Kids Klub


Vielleicht hat sich der eine oder andere schon gefragt, was meine Aufgaben in diesem Jahr sind. Dies ist tatsächlich von Tag zu Tag verschieden.

So helfe ich z.B. Pastor Hillmann beim Konfirmandenunterricht, bin bei der Jugendgruppe und dem CHAT dabei, helfe bei den Vorbereitungen für die ECHT-Gottesdienste und leite mit Ulrike Rasch den „Kids Klub“.

Letzterer ist ein Projekt an der offenen Ganztagsschule in Lensahn und findet dort jeden Donnerstag um 13:30 Uhr statt. Ziel ist es dabei die Kinder mit Gott vertraut zu machen, indem man sie mit Gesang und Spielen an das Thema heranführt.

Jedes der Kinder in dem „Klub“ hat ein eigenes Stempelheft, in dem die Anwesenheit abgestempelt wird. Das finden die Kinder immer besonders toll, zumal es für jede vollständige Seite eine kleine Belohnung in Form von Süßigkeiten gibt.

Die Idee hinter dem Kids Klub kam ursprünglich von meinem Vorgänger Max Asbahr, welcher letztes Jahr sein FSJ wie ich in dieser Kirchengemeinde absolvierte. Viel Platz für Eigenes blieb also nicht.

Dennoch führten Ulli und ich eine Neuheit ein, die den Kindern gefiel: Die Geburtstagskiste.

Ich bastelte aus einem Schuhkarton eine tolle Geschenkekiste und kaufte kleine Sachen ein, aus denen sich die Geburtstagskinder etwas aussuchen konnten. Das kam gut bei denen an, die erst kürzlich Geburtstag hatten und die anderen können sich noch darauf freuen.

Jede Kids-Klub-Stunde beginnt mit dem abstempeln der Hefte. Dann wird ein Stuhlkreis gebildet und wir singen etwas aus der, eigens für die Kinder angefertigten, Liedermappe mit den passenden Bewegungen dazu. Anschließend gibt es ein Spiel oder eine Geschichte.

Ich sollte langsam in das System eingeführt werden, da ich die Kinder irgendwann auch alleine unterhalten soll. So bekam ich die ersten Male die Aufgabe mir ein Spiel für die Kinder auszudenken, an dem alle ihre Freude haben.

In der dritten Woche jedoch war Ulli donnerstags krank, sodass ich allein hingehen musste. Ich war trotz der Sprachnachrichten mit lauter Ideen, die Ulli mir schickte, super aufgeregt und wusste auch nicht, wie die Kinder das aufnehmen werden. Hinzu kam, dass an dem Tag mehr Kinder kamen, als die Male davor.


Da ich keine Gitarre spielen kann, konnte ich die Lieder natürlich nicht begleiten, versuchte die Kinder aber trotzdem mit den Bewegungen zum Mitmachen zu animieren.

Dies gelang nur teilweise, da sich zwei Mädels weigerten zu singen oder gar aufzustehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon etwas panisch, da ich glaubte es würde alles aus dem Ruder laufen.

Also schmiss ich meinen Plan über den Haufen und machte mit den Kindern einen Redekreis, bei dem man erzählen konnte, was am Tag passiert war und so möglicherweise herauszufinden, warum sich einige so stur verhielten.

Ich war positiv überrascht, wie gut das funktionierte. Die Kinder redeten von ihrem Schultag, von zerstörten Freundschaften und doofen Klassenkameraden.

Was mich jedoch am meisten erstaunte, war die Bereitschaft dem jeweils anderen zuzuhören und zu trösten. Es gab Rufe wie „Ach, du Arme“ und „Das kann man doch nicht machen!“ zusammen mit ermutigenden Worten.

Danach war es ein leichtes alle zu einem gemeinsamen Spiel zu ermutigen.

Am Ende war ich froh, dass sich der Konflikt wieder aufgelöst hat und vor alle, dass ich dazu beigetragen habe. Ich hoffe die zukünftigen Male mit den Kindern werden einfacher verlaufen, aber jetzt weiß ich, dass ich das auch ohne Hilfe schaffen kann.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal.
Roxana