Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lensahn
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lensahn

23. 10. 2019

 

Die Taizéfahrt (12.-20.10.2019)

Die Gruppe aus Schönwalde hatte schon vor ein paar Wochen angekündigt nach Taizé zu fahren. Dies ist ein Kloster in Burgund, zu dem jährlich mehrere Tausend Menschen pilgern. Als Pastor Reimann mich fragte, ob ich Lust hätte mitzufahren, sagte ich spontan zu und fand mich einige Wochen später, am 12.Oktober, auf der Reise nach Frankreich wieder.

Da ich schon zwanzig bin, fuhr ich als Kontaktperson von einer 16-jährigen mit. In Taizé stellte sich dann allerdings heraus, dass jeder Kontaktperson eine eigene Gruppe von mindestens sechs Jugendlichen zugeteilt wurde, mit der man sich täglich zu einem Bibelkreis treffen und Nachmittagsaktivitäten unternehmen musste.

Da hatte ich nun den Salat. Gerade erst hatte ich meine JULEICA gemacht und schon wurde ich ins kalte Wasser geschmissen und musst mich beweisen.

Ich bekam ein Blatt mit der Nummer 27 in die Hand gedrückt bevor ich mich wehren konnte und nach dem ersten Bibeltreff mit allen 15 - 16-jährigen musste ich diesen Zettel, wie alle Kontaktpersonen, hochhalten und darauf warten, dass sich einige mich als ihre Gruppenleiterin aussuchen.

In diesem Moment fühlte ich mich ziemlich zwiegespalten. Einerseits wollte ich keine große Gruppe, da ich dachte damit nicht fertig zu werden; andererseits hatte ich die Befürchtung, dass niemand zu mir kommt, da ich nicht genügend Autorität ausstrahle und das wollte ich nun auch wieder nicht

Letztendlich hatte ich jedoch eine Gruppe von 10 Leuten und ich war damit nun doch überfordert. Damit war nämlich das Maximum erreicht und das hätte ich niemals erwartet.

Wir suchten uns ein schönes Plätzchen im Schatten (es war sehr warm am Montag) und um uns besser kennen zu lernen stellte sich erst einmal jeder vor. Da in Deutschland gerade Herbstferien waren und ca. 90 Prozent der Jugendlichen Deutsche waren, hatte ich eine deutschsprachige Gruppe, was mir die Arbeit definitiv erleichterte.

Dann spielten wir Zeitungsklopse, um die Namen zu verinnerlichen und anschließend redeten wir über den Bibeltext des Tages. Meine Anfängliche Nervosität verflog schnell, da ich bemerkte, dass es die Jugendlichen interessierte, was ich sagte und sie mich als ihre Leiterin akzeptierten.

Tatsächlich stellte ich fest, dass meine Gruppe gerne auch tiefere, philosophische Themen ansprach. Ich musste gar nicht viel tun, nur von Zeit zu Zeit die richtigen Fragen stellen und Fragen ihrerseits beantworten.

In den nächsten Tagen gingen wir in den täglichen Bibelstunden das Johannesevangelium durch und besprachen Themen, die mit den Bibelstellen zu tun hatten. Aber es konnte auch passieren, dass man von der "Hochzeit zu Kana" zu der Fragestellung "wie sieht eigentlich meine Zukunft aus?" kommt.

Ja, tatsächlich machte es mir von Tag zu Tag mehr Spaß, da man sich auch besser kennenlernte und auch aus den stillen Teilnehmern der Gruppe ein paar Worte heraus bekam.

Und so wurde aus der anfangs ungewollten Situation etwas, auf das ich mich mit Freude vorbereitete und ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Vielleicht ist es manchmal gar nicht so schlecht in das kalte Wasser geworfen zu werden um einmal aus seiner Komfortzone herauszukommen.

Danke fürs Lesen und falls euch dieser Beitrag gefallen hat, dann schaut doch mal bei meinen vorherigen vorbei.

Roxana

 

 

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