Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lensahn
Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Lensahn

01. 11. 2019

 

Die Lichtparty

 

Wenn ihr euch in dieser Kirchengemeinde auskennt, dann habt ihr bestimmt schon mal etwas von der Lichtparty gehört. Sie findet einmal im Jahr am 31. Oktober statt und ist für Kinder von der ersten bis zur fünften Klasse.

Ich bin mit dieser Tradition aufgewachsen und war früher selber ein Kind auf dieser Veranstaltung. Seitdem ich alt genug bin helfe ich bei der Lichtparty mit und das über die Jahre in vielen Bereichen.

Das kann zum Beispiel beim Basteln sein, auf der Bühne, oder als Gruppenleiterin, wie dieses Jahr.

In all den Jahren war es mir ein Anliegen den Kindern einen schönen Nachmittag zu schenken, sodass sie glücklich und mit einer schönen, selbstgebastelten Laterne nach Hause kommen. Das versuchen übrigens die meisten Mitarbeiter.

Es gibt nur eine Gruppe, die ganz andere Intensionen hat, als das erfahrene Lichtpartyteam: Die Konfis.

In unserem Konfirmantensystem muss man sich über die zwei Jahre zehn praktische Punkte erarbeiten, die man durch Mithilfe im Kindergottesdienst, oder Ereignissen wie der Lichtparty erlangen kann. Das heißt, einige Konfirmanden waren tatsächlich nur da, weil sie einen Punkt mehr haben wollten und ich hatte das Glück zwei davon als meine Gruppenhelfer zu haben.

Diese verhielten sich noch kindischer als die Kinder, auf die sie eigentlich aufpassen sollten. Ich musste die beiden öfter ermahnen etwas weniger herumzualbern und lieber die Kinder im Blick zu behalten, die im Gegensatz zu den Konfis echt brav waren.

Ich hatte viele ruhige Kinder, die sich damit zufrieden gaben in der Ecke zu sitzen und ein Bild zu malen. Das erleichterte mir die Sache natürlich erheblich.

Nur meine beiden „Helfer“ kannten so etwas wie Autorität wohl nicht. Nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl nicht auf neun, sondern auf elf Kinder aufpassen zu müssen. Hinzu kam, dass in den Pausen öfter mal ein Kind seinen Becher umstürzte und die zwei, anstatt etwas zu tun, nur mit offenen Mündern dastanden.

Also war es meine Aufgabe, den Lappen zu holen und alles aufzuwischen. Es war auch meine Aufgabe, die Tabletts nachzuholen und dabei die Wünsche der Kinder (und Gruppenhelfer) zu berücksichtigen, und es war meine Aufgabe, die Becher nachzuschenken.

Im Laufe des Nachmittags verschwanden die beiden öfter mal ohne sich abzumelden und auf die Frage einiger Kinder, wo sie denn seien, konnte ich nur Vermutungen aussprechen.

Die einzige Aktivität, bei der ich mich ein wenig entspannen konnte, war das Laterne Basteln. Ich suchte mir einen Raum aus, in dem keiner der beiden zu sehen war und half dort den Kindern beim Basteln. Ich schaffte es in der Zeit sogar noch selber eine Laterne zu gestalten.

Nach dem Film fanden sich alle wieder in den Gruppen zusammen und die Kinder warteten darauf abgeholt zu werden. Zu dem Zeitpunkt habe ich mich schon damit abgefunden die Gruppe alleine zu leiten und regelte die Verabschiedung.

Es gab ja durchaus fähige Konfis, die gut mit den Kindern umgehen konnten, nur leider waren diese nicht in meiner Gruppe.

Ich bin den beiden nicht böse, auf keinen Fall! Nicht jeder ist dafür geeignet auf andere zu achten und mit ihnen zu interagieren. Erst recht nicht in diesem Alter.

Ich würde mir nur wünschen, dass man nicht nur die Punkte im Blick hat, wenn man einen solche Aufgabe übernimmt, sondern auch die eigenen Fähigkeiten beachtet und sich fragt, ob es wirklich das ist, was man will.

Danke fürs Lesen. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, dann schaut doch mal bei meinen vorherigen vorbei.

Bis zum nächsten Mal.
Roxana

 

 

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